Tatort Shopping City Süd in Wien. Ich mußte mal für kleine Jungs und als ich da stand, mein Geschäft zu verrichten – ein öffentliches WC ist im Übrigen fast der einzige Ort der Welt, an dem Männer im Stehen pinkeln dürfen – trat, oder besser lief, ein junger Mann – Kellnerschürze über Tagesbekleidung um die Leibesmitte – in das Pissoir.
Flugs schlug er die Schürze zur Seite, verrichtete sein kleines Geschäft, strickte Shirt wieder fein in die Hose, schloß Reißverschluß und Gürtel und schlug die Schürze zurück. Und in dem selben affenartigen Tempo, mit dem er die öffentliche Toilette betrat, verschwand er auch wieder. Ohne, sich die Hände zu waschen.
Leider konnte ich mit dem Tempo des Kellners nicht mithalten – ich wusch meine Hände – und konnte daher nicht sehen, in welchem Lokal er von nun an die Gäste mit Urinspuren an seinen Händen “beglücken” würde.
Ansonsten wäre es mir eine helle Freude gewesen, die Gäste des entsprechenden Etablissements darauf aufmerksam zu machen, daß eben der Kellner neben leckeren (?) Speisen und erfrischenden Getränken als kleine Beigabe auch mal Spuren von Urin und entsprechende Bakterien mit an den Tisch bringt.
Ich bin nicht Monk. Aber Händewaschen nach dem Pipimachen ist eine Selbstverständlichkeit – insbesondere für Angestellte in der Gastronomie.
Aber diese Situation ist ja kein Einzelfall sondern leider ein Klassiker. Auch schon erlebt: Ein Koch, der sich nach dem großen Geschäft nicht die Hände wäscht (in einem Restaurant im Weinviertel); ein Angestellter eines Sushi-Restaurants, der beim Pinkeln auch noch in der Nase popelt und ebenfalls ohne Händewaschen die Toilette verläßt (Shushi Restaurant in den Twin Towers am Wienerberg), und, und, und.
Wie würden Sie reagieren, wenn Sie wüßten, daß der/die Sie bedienende Kellner/in ohne Händewaschen nach dem (kleinen oder großen) Geschäft Ihnen mal das Essen bringt. Lecker, oder?!






